Die Nottaufe (Taufe bei Lebensgefahr)

Wenn für einen Menschen, insbesondere für ein neugeborenes Kind, Lebensgefahr besteht und ein Pfarrer oder eine Pfarrerin nicht mehr herbeigerufen werden kann, darf jeder Christ taufen. Voraussetzung ist, dass der Täufling oder die für ihn Verantwortlichen einverstanden sind. Wenn möglich, soll die Taufe in Gegenwart christlicher Zeugen vollzogen werden.

Wenn wenig Zeit zur Verfügung steht:

Wer tauft, spricht (und segnet dabei den Täufling mit dem Zeichen des Kreuzes):

Herr Jesus Christus, nimm N.N. (dieses Kind) an in deiner Barmherzigkeit.

Der/die Taufende gießt mit der Hand dreimal Wasser über die Stirn des Täuflings und spricht:

(N.N.), ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Friede des Herrn sei mit dir.

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Steht mehr Zeit zur Verfügung:

Zu Beginn kann der Taufbefehl Christi gesprochen werden.

Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt 28,18-20)

Es kann das Apostolische Glaubensbekenntnis folgen.

Wer die Nottaufe empfangen hat, ist gültig getauft. Die Taufe muss alsbald dem zuständigen Pfarramt zur Eintragung in das Taufregister gemeldet werden. Es ist üblich, dass im Gottesdienst eine Bestätigung stattfindet, die öffentlich bekundet, dass die Taufe gültig, d. h . mit Wasser und im Namen des dreieinigen Gottes vollzogen worden ist. Bei einem Kind werden die Eltern und Paten zugleich zur christlichen Erziehung des Kindes verpflichtet.

Ist trotz aller Bemühungen die Taufe rechtzeitig nicht mehr möglich, dürfen wir als Angehörige und Freunde einen ungetauft Verstorbenen in Gottes Liebe geborgen wissen.

Gemeinden reformierter Tradition kennen die Nottaufe nicht.